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Anispi des Monats März 2026: Ein Impuls zum Thema «Wille»

Der Löwenzahn kann ein Sinnbild für den Willen sein. Zunächst einmal soll klar werden, wie Wille überhaupt umschrieben werden kann. «Wille ist die aus dem Ich kommende und entwickelbare Grundkraft (Energie), die das alle Handlungen bestimmende Streben des Menschen bezeichnet, sich mithilfe der Vernunft, also dem Ausprägen von bewussten Motiven, und mit fester Absicht für ein Verhalten zu entscheiden und ein (bestimmtes) Ziel anzustreben» (Nuss). 

Fast alle Ansätze Wille zu umschreiben, stimmen darin überein, dass er eine «Ich-Stärke» sei. Darüber hinaus wird es aber schon kompliziert. Je nach Perspektive werden unterschiedliche Antworten gegeben, wie und wann der Wille sichtbar wird, ob er messbar ist und ob allen allein aufgrund ihres Menschseins ein Wille zugeschrieben werden kann. 

Wille in der Philosophie: Neben dem Erkennen wird der Wille in der Philosophie zu den grundlegenden Formen der geistigen Betätigung des Menschen gerechnet. Aktuell steht die ethische Bedeutung des Willens im Vordergrund. Gemäss der Philosophie zeichnet der Wille den Menschen als ein freies Wesen aus, das nicht durch die Natur bestimmt ist. Nur aufgrund eines freien Willens kann ihm Verantwortung für seine Entscheidungen und Handlungen zugeschrieben werden. Betont wird, zum Beispiel bei Kant, dass der Mensch von seinen Neigungen und Trieben Abstand nehmen kann und diese auch reflektiert. Inwiefern wir aber wirklich in der Lage sind trotz unserer Natur zu einem freien Willen zu kommen, ist auch in der Philosophie umstritten. Descartes ist mit Verweis auf das Begriffspaar (Substanzen) Körper und Geist der Ansicht, dass nur die Naturseite des Menschen der Vorbestimmung unterliegt und der Mensch als Vernunftwesen frei ist, sich selbst zu bestimmen. Hobbes ist da wiederum anderer Meinung, wenn er grundsätzlich davon überzeugt ist, dass der Mensch durch seine Leidenschaften bestimmt sei. Die Existenz einer je selbstständigen Substanz (Körper / Geist bei Descartes) bestreitet unter anderem Ryle durch sprachanalytische Untersuchungen. Seiner Ansicht nach unterstellt ein solches Substanzenmodell, dass Wille als Ursache wohingegen Wollen als Handlung zu begreifen sei. Nun können aber Willensakte nicht durch Tätigkeitsverben beschrieben werden, darum scheidet das Ursache-Handlungs-Modell als sprachlich sinnlose Konstruktion aus. Wille ist somit als Teil des menschlichen Handelns zu verstehen, nämlich willentlich beziehungsweise absichtlich eine Tätigkeit zu vollziehen. Ungeklärt bleibt aber die Frage, ob der Mensch nun seinen eigenen Willen frei ausbildet oder nicht.

«WENN ES EIN LÖWENZAHN DURCH DEN ASPHALT SCHAFFT, WIRST AUCH DU EINEN WEG FINDEN.»

Wille in der Psychologie: In der deutschsprachigen Psychologie des frühen 20. Jahrhunderts war die Analyse des Willens ein grosses Thema. Ein Ansatz geht davon aus, dass der Wille stark mit bestimmten Gefühlsverläufen verbunden ist. Erregung, Unlust oder Spannung gehen einer Willenshandlung voran, Lösungsgefühle stehen am Schluss. Bei der sogenannten vollständigen Willenshandlung gibt es eine zusätzliche Phase der Entscheidung. Andere Vertreter*innen betonen weniger den Aspekt der Gefühle, sondern mehr die verstandesmässige Handlung. Leitend ist die Zielvorstellung und das damit verbundene bewusst zustimmende Urteil, worauf die Handlung getätigt wird. Die Willenspsychologie ist eng mit der Motivationsforschung verbunden, wobei aber deutlich bei der Wahl von Handlungszielen (Motivation) und der Realisierung von Handlungszielen unterschieden werden muss.

Wille in der sozialen Arbeit: Spannend ist – gerade auch für die Pfadi – wie der Begriff Wille in der Sozialen Arbeit verwendet wird. Der Begriff ist aber noch in einer «Orientierungsphase», was vor allem daran liegt, dass Soziale Arbeit in ihrer Geschichte ein ambivalentes Verhältnis zum Willen ihrer Adressat*innen pflegte. Umschrieben werden kann es mit «von der Willensbrechung über die Willenssteuerung zur Willensorientierung». Im Spätmittelalter ging es erzieherisch-helfenden Institutionen in erster Linie um Willensbrechung – der eigene Wille war negativ behaftet. Mit der Aufklärung veränderte sich auch die Vorstellung: Der Individualität jedes Menschen wurde mehr Wert beigemessen und sie wurde mit dem Ideal der Gesellschaft oder Gemeinschaft verwoben. In den Fokus kam nun die Willenssteuerung gemäss moralischen Vorstellungen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts tauchten erste Ansätze auf, die sich am Willen des Gegenübers orientierten. Aber nur vereinzelt. Mit den Reformen in den 1960er- und 1970er-Jahren wandte sich die Soziale Arbeit stärker dem Alltag der Menschen zu. Die Gemeinschaft sollte sich in den neuen Konzepten (Gemeinwesenarbeit) einbringen und die Soziale Arbeit dort stattfinden, wo die Menschen sind (Lebensweltorientierung). Damit geht ein positives Verständnis vom Willen der Adressat*innen einher. Der gerade sehr aktuelle Ansatz des Empowerments (Selbstbemächtigung) möchte im Kern, dass alle Menschen ihren freien Willen (im legalen Rahmen) leben können. Typisch für den Einsatz des Willens sind Situationen, in denen Anstrengung aufgewendet werden muss, um eine beabsichtigte Handlung gegen Widerstände auf Zielkurs zu halten.

Mache dir Gedanken zu den folgenden Fragen und halte sie für dich in der Form, die dir am besten zusagt, fest. Vielleicht als Bild.

  • Die Pfahlwurzel: Was willst du durchbrechen?
  • Die Blätter: Was nährt deinen Willen?
  • Die gelbe Blüte: Was bringt dich zum Strahlen?
  • Die Pusteblume: Was willst du weitergeben?

Überlegt euch Antworten auf die gleichen Fragen für euch als gesamtes Leitungsteam und haltet diese fest !

Dieser Impuls stammt aus dem konturen Löwenzahn. 

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