Idee: Der französische Dichter Antoine de Saint-Exupéry war während des Zweiten Weltkrieges als Aufklärungsflieger unterwegs. Auf einem seiner Flüge musste er in einer verlassenen Wüstengegend Afrikas notlanden. Die Maschine ging zu Bruch und Saint-Exupéry irrte mit seinem Co-Piloten tagelang durch die Wüste. Die beiden verdursteten schon fast, als sie von vorbeiziehenden Nomaden gefunden wurden. Die Nomaden gaben den Entkräfteten kleine Schlucke Wasser zu trinken und retteten so deren Leben. Damals schrieb Saint-Exupéry in sein Tagebuch: Wasser, du hast weder Geschmack noch Farbe. Man kann dich nicht beschreiben. Es ist nicht so, dass man dich zum Leben braucht, du selbst bist das Leben! Du durchdringst uns als Labsal, dessen Köstlichkeit keiner unserer Sinne auszudrücken vermag. Durch dich kehren uns alle Kräfte zurück, die wir schon verloren gaben. Dank deiner Segnung fliessen in uns wieder alle bereits versiegten Quellen der Seele. Du bist der köstlichste Besitz der Erde. Du schenkst uns ein unbeschreiblich einfaches und grosses Glück.
Ankommen und praktischer Einstieg ins Thema: Wasser ist für uns existentiell zum Leben. Wir bestehen grösstenteils aus Wasser und ohne Wasser können wir nur ganz wenige Tage überleben. Wasser hat auch noch eine andere spannende Eigenschaft: Manches trinken wir gerne, anderes nicht, aber Wasser, obwohl es ja praktisch nach nichts schmeckt, mögen alle. Nach einer kurzen Einleitung, die die Verbindung von Wasser zum Leben und/oder dem Lagerthema herstellt, kann mit der Feier begonnen werden. Nach dem Einstieg beginnt man gleich mit der Aktivität. Dieses Wasser möchten wir mit auf den Weg nehmen. Dafür bekommen alle ein kleines Fläschchen. Das Fläschchen wird im Gottesdienst mit Farben bemalt. Die Frage dazu lautet: Was ist für uns Wasser zum Leben? Was brauche ich, jetzt oder dann, wenn es mir gut geht oder schlecht, damit ich glücklich leben kann? Dieses Etwas wird auf die Fläschchen aufgemalt oder geschrieben. Danach werden die Fläschchen mit Wasser gefüllt und gut verschlossen. Zusätzlich könnte noch etwas fürs Lager gepflanzt werden. Und jeder ist dann einmal dran, die Pflanze mit seinem Wasser (natürlich nicht allem) zu giessen. So sieht man, wie aus Wasser Leben entsteht.
Gebet:und stille unseren Durst nach Gerechtigkeit und Frieden.
Thomas Boutellier
Bibeltext: «Sie sollen ihn rühmen in der Versammlung des Volkes, im Kreis der Alten ihn loben. Er macht Ströme zur dürren Wüste, Oasen zum dürstenden Ödland, fruchtbares Land zur salzigen Steppe, wegen der Bosheit seiner Bewohner. Er macht Wüste zum Wasserteich, verdorrtes Land zu Oasen. Dort liess er Hungernde wohnen, die eine bewohnte Stadt errichteten, die Felder bestellten, Weinberge pflanzten und reiche Ernte erzielten. Er segnete sie, sodass sie sich gewaltig vermehrten, und ihr Vieh machte er nicht weniger.»
Psalm 107 32 ff. 20
Gedanken zum Bibeltext: Im Psalm lobt David Gott. Vorangehend geht eine Aufzählung von Schlechtem, was den Menschen widerfahren kann. Aber Gott, eben der Gott, der uns das Wasser schenkt, ist für sie da. Er macht mit dem Wasser die Erde wieder fruchtbar und bringt so die Hoffnung zurück. Wenn wir Wasser aus dem Hahn trinken, dann machen wir uns meist keine grossen Gedanken darüber, was denn da genau herauskommt. Anders ist es, wenn wir Durst haben. Wenn es ein heisser Tag ist. Dann trinken wir das Wasser ganz anders. Es erfüllt uns mit einem guten Gefühl. Es stillt nicht nur den Durst. Man merkt selbst, wie es Leben spendet. Und so ist es auch mit Gott im Psalm. Er macht nicht nur die Wüste zu Oasen. Er spendet Leben, sodass wir wieder Freude an unserem Leben haben. Dass wir wieder Hoffnung verspüren, wenn es eigentlich keine gibt. Im Vertrauen auf Gott kann vieles gelingen. So, wie wir darauf vertrauen, dass Wasser uns am Leben erhält. Oder wie das Wasser die Pflanzen wachsen lässt.
Friedensgruss:
Guter Gott
Viele der Kriege auf dieser Welt werden wegen des Wassers ausgetragen.
Wenn wir Durst haben, dann trinken wir einander schon mal die Flasche leer.
Wenn wir aber teilen lernen, nicht nur das Wasser,
dann werden wir die Freuden des Friedens erleben dürfen.
Hilf uns hier und jetzt damit zu beginnen.
Amen.
Thomas Boutellier
Segnung der Speisen
Guter Gott
Was wir heute Essen dürfen, wurde mit Wasser genährt.
Dass wir eine solche Fülle von Essen haben dürfen,
hat auch mit dem vielen Wasser zu tun, mit dem wir gesegnet sind.
Segne Du Gott dieses Essen und uns, damit wir, wie vom Wasser gestärkt,
in die Welt hinausgehen können und unsere Aufgaben erledigen dürfen.
Amen.
Thomas Boutellier
Agapemahl
Fürbitten:
In all den Flaschen der Jugendlichen hat es Wasser, das nun einem bestimmten Zweck dienen soll. Man steht im Kreis zusammen (bei vielen Personen in mehreren Kreisen) und alle stellen ihre Flaschen in die Mitte. Dabei drücken die Kinder und Jugendlichen die Hoffnung aus, was dieses Wasser tun soll. Zum Abschluss und für den Segen bleiben die Flaschen beieinander, sodass auch sie gesegnet werden.
Abschluss und Segen:
Der Herr segne dich.
Er erfülle deine Füsse mit Tanz und deine Arme mit Kraft.
Er erfülle dein Herz mit Zärtlichkeit und deine Augen mit Lachen.
Er erfülle deine Ohren mit Musik und deine Nase mit Wohlgerüchen.
Er erfülle deinen Mund mit Jubel und dein Herz mit Freude.
Er schenke dir immer neu die Gnade der Wüste:
Stille, frisches Wasser und neue Hoffnung.
Er gebe uns allen immer neu die Kraft, der Hoffnung ein Gesicht zu geben.
Es segne dich der Herr.
Aus Ägypten
Lieder für zwischendurch: Der Sonnengesang von Franz von Assisi: Rise up, 110. 22
Diese Feier stammt dem akzente Wasser.