
Die Bühne ist die ganze Welt. Die Protagonist*innen tragen Anzüge und Deux-Pièces. Zwar gibt es Hunderte Stücke und Aufführungen, die Handlung ist aber immer ungefähr dieselbe: Es geht um Macht und um deren Erhalt. Eine Art von Theater geht in dieser KOMPASS-Ausgabe völlig vergessen. Eines, das allgegenwärtig und manchmal nur schwer zu ertragen ist. Die Rede ist vom Schmierentheater. Die Kulissen wechseln beinahe täglich. Neue Gesichter betreten die Bühne, andere verlassen sie. Und einige wollen die Bühne partout nicht verlassen, obwohl die Zuschauer*innen schon längst genug von diesen Darsteller*innen haben. Es werden grosse Reden gehalten, starke Bilder geschaffen, geschleimt und gedroht, was das Zeug hält. Versprechen werden abgegeben, die kaum ausgesprochen, schon wieder vergessen scheinen. Tatsachen werden so lange zurechtgebogen, bis sie ins gewünschte Bild passen. Manche Szenen wirken bis ins Detail einstudiert, andere wie schlechte Improvisation. Ist es nun ein Drama oder eine satirische Komödie? Man weiss es nicht genau. Theater lebt von Illusionen. Das Publikum weiss das und lässt sich zwecks Unterhaltung gerne darauf ein. Beim Schmierentheater ist es genau umgekehrt. Dort wird die Illusion zur Wirklichkeit erklärt. Manchmal wünscht man sich, jemand würde einfach das Saallicht einschalten und den Vorhang schliessen.
In dieser Ausgabe erwartet dich eine bunte Mischung aus grossen Bühnen, kleinen Dramen und überraschenden Rollen. Jupiter reist vom antiken Amphitheater bis zu Schweizer Freilichtbühnen. Tacker entdeckt die Welt des Improtheaters. Du findest eine Ideensammlung für Verkleidungen, zusammengestellt von Pelé und Surya. Und du erfährst – und das ohne grosses Theater – mehr über die Zukunft des VKP.
Inhaltsverzeichnis