Ziel: Die Kinder erleben, wie sie mit einfachen Mitteln selbst Spielzeuge kreieren können.
Gedanke: Es sind Sommerferien! Das heisst vor allem: Ganz viel Zeit zum Spielen. Ein selbst hergestelltes Spielzeug ist etwas Persönliches. So macht spielen noch viel mehr Spass und schärft zudem das Bewusstsein, dass zum Spielen gar nicht so viel nötig ist.
Text: Der singende Kreisel. Antero war ein Indiojunge, seine Freunde Chico, Pepito und Maria Pia waren ebenfalls Indios. Sie alle lebten in einem kleinen Dorf hoch in den Anden, das ist ein grosses Gebirge mitten in Südamerika. Antero und seine Freunde waren sehr arm, sie hatten wenig zu essen und wenige Kleider. Antero und seine Freunde waren zwar arm, aber trotzdem immer fröhlich. Sie lachten gerne und sangen oft. Sie kannten viele und schöne Spiele. Am schönsten aber war das Spiel mit den «Zumbayllus». Das sind Kreisel, die sich auf dem Boden drehen, tanzen, surren und summen. Darum nannten die Kinder ihre Kreisel «Zumbayllu», denn sie liebten das Surren und Summen sehr. Da die Familien wenig Geld hatten, konnten die Eltern ihren Kindern kaum Spielzeug kaufen. Also bastelten sie es selbst, wie die «Zumbayllus». Antero konnte das besonders gut. Er baute die schönsten Kreisel. Eines Tages fertigte er einen besonders schönen an. Der «Zumbayllu» bestand aus einer kleinen Kokosnuss, durch die ein langer Holzstachel geschoben worden war. Antero hatte ausserdem vier Löcher in die Nuss gebohrt und eine lange, dünne Schnur um das spitze Ende des Stachels gedreht. Dann stand er auf dem Dorfplatz, zwischen den kleinen, wackligen Hütten, in denen die Indiokinder und ihre Eltern wohnten. Er hielt den neuen Kreisel in der Hand. Rund um ihn standen seine Freunde Chico, Maria Pia und Pepito. Antero zog an der Schnur und der Kreisel flitzte in die Luft. Hoch und höher, hoch, hoch hinauf. Er schwirrte wie ein kleiner Vogel und summte hell und laut wie eine Hummel über den Blumen. «Der ‹Zumbayllu› singt!», riefen die Kinder und klatschten in die Hände. Der sirrende Ton des fliegenden Kreisels entstand, weil sich der Wind in den vier Löchern fing. Einen Augenblick noch schwebte er in der Luft, dann fiel er zu Boden. Sein langer Holzstachel zeichnete Kreise in den staubigen Boden, während er sich drehte. Er zitterte wie ein grosses Insekt und sang wie eine Heuschrecke im gemähten Gras. Schliesslich neigte er sich zur Seite und fiel um. Er wackelte noch ein bisschen, sang aber nicht mehr. Feiner Staub stieg wie ein Wölkchen auf und hüllte den Kreisel ein. Jetzt waren die Kinder ein bisschen traurig, weil der «Zumbayllu» nicht mehr sang. Solange sein Lied ertönte, vergassen sie alles, waren sie zufrieden und glücklich. Am Abend desselben Tages ging Antero mit seinen Freunden vor das Dorf zu einem stillen Platz, an dessen Rand der Brunnen des Dorfes lag. Wieder liess er seinen wunderschönen Kreisel in die Luft schwirren. Und seine Freunde standen dabei und schauten ihm nach. Es war dunkel und die ersten Sterne standen am Himmel. Und da geschah etwas Wunderbares: Der «Zumbayllu» stieg immer höher und der singende Ton, mit dem er sich drehte, wurde immer lauter. Schliesslich begann der Kreisel richtig zu singen und die Kinder verstanden Worte in ihrer Sprache. Und so sang der «Zumbayllu»: «Freut euch Kinder, und lernt hoffen: allen steht der Himmel offen. Alle Kinder dieser Welt wohnen unter Gottes Zelt. Er sieht Reiche, sieht die Armen. Er schenkt Frieden, Erbarmen.» Und während er sang, stieg er höher und höher in den dunklen Himmel. Ein kleiner leuchtender Punkt, eine goldene Hummel. Ganz weit entfernt hörten die Kinder jetzt sein Singen. Der helle, zarte Ton flog weit über das Land zwischen den hohen, schneebedeckten Bergen der Anden. Er sang von der Hoffnung. So stieg der «Zumbayllu» singend hoch in die Wolken. Dort blieb er als leuchtender Stern stehen, gut sichtbar für die Kinder und alle Leute, die ihn sehen wollten, und schenkte ihnen Hoffnung.
B. Müller
Animation: Die Natur hält viele Gegenstände bereit, welche sich als Spielzeuge anbieten oder aus denen Spielzeuge gebastelt werden können: Tiere basteln, ein kleines Zwergendorf gestalten, Wurfgegenstände konstruieren, einen Kreisel schnitzen etc.
Ausklang: Alle zeigen ihr gebasteltes Spielzeug und laden die anderen ein, damit zu spielen. Wenn sie wollen und einverstanden sind, können die Kinder und Jugendlichen die Spielzeuge tauschen oder ausleihen.
Dieses Anispi stammt aus akzente Spiel mit!.