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Anispi des Monats Juli 2026: Post von einem fremden Ort

Idee: Ansichtskarten erfreuen noch immer. Sie zeigen nicht nur die Schönheit des besuchten Ortes, sondern sagen auch einiges über den*die Absender*in aus.

Geschichte: Als die Welt mit Berg und Tal fertig dalag, war sie noch lange nicht entdeckt. Die Menschen lebten in getrennten Völkern. Alle nannten sich «die Menschen». Sie entfernten sich nicht weit von ihren Feldern. Wer an den Rand der Welt gerät, erzählten sie sich, braucht nur zu stolpern und schon fällt er hopp ins Leere. Ein Mann, der Isidor hiess, erkundigte sich, wie es dort aussieht. Wo? Am Rand der Welt. Scheusslich, lautete die Antwort. Vor allem von der Leere hätte sich Isidor gerne ein Bild gemacht. Doch wen er auch fragte, alle wussten nur über das Stolpern genauer Bescheid. Isidors Herz schlug wie eine Pauke. Und am nächsten Morgen brach er auf. Wohin? Zum Rand der Welt. Man sah ihn lange nicht mehr. Regelmässig aber kamen Postkarten an. Mit vielen Grüssen. Auf den Karten waren Dinge abgebildet, für die man keinen Namen hatte. Die letzte Karte liess eine scheussliche Leere sehen, die bis zum Himmel mit Wellen angefüllt war. Auf der Rückseite konnte man lesen: «Viele Grüsse» und das Wort «Meer».

Jürg Schubiger

Animation: Die Teilnehmer*innen gestalten Ansichtskarten ihres Wunsch- oder Lieblingsortes. Dieser kann real existieren, also ein Ort oder eine Gegend sein, wo sie gerne sind, der ihnen besonders gefallen hat oder wo sie gerne mal hingehen würden. Es kann aber auch ein Fantasieort sein, den die Teilnehmer*innen nach ihrer Fantasie gestalten können. Dabei muss er gar nicht so möglich sein. Wenn die Ansichtskarten fertig gestaltet sind, überlegen sich die Teilnehmer*innen, mit wem sie gerne Zeit dort verbringen würden. An diese Person wird die Karte geschickt mit einer kurzen Erklärung, warum gerade sie ausgewählt wurde.

Ausklang: Zum Abschluss wird eine Girlande aus Papierstreifen gebastelt, auf der alle ihren Wunsch- oder Lieblingsort notiert haben. Die Girlande kann aufgehängt werden und an die Orte erinnern – und ist dabei erst noch ein dekorativer Hingucker.

Dieses Anispi stammt aus dem akzente Karte.

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